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Tonarten Töpfern: Welche Tonarten gibt es?

In diesem Ratgeber erfährst du alles über die verschiedenen Tonarten zum Töpfern – von Steingut über Steinzeug bis Porzellan.Mit Brenntemperaturen, Eigenschaften und praktischen Empfehlungen.

Von traditionellem Steingut bis zu elegantem Porzellan – Töpferton ist nicht gleich Töpferton. Entdecken Sie die wichtigsten Tonarten, ihre Brenntemperaturen und wofür sie sich am besten eignen. Ob Anfänger oder erfahrener Keramiker: Dieser Ratgeber hilft Ihnen, den perfekten Ton für Ihr nächstes Projekt zu finden.

Der richtige Ton für jede Idee

Die 3 wichtigsten Tonarten zum Töpfern

Beim Töpfern unterscheidet man grundsätzlich zwischen drei Haupttonarten. Jede Tonart hat ihre eigenen Eigenschaften und eignet sich für unterschiedliche Töpferprojekte: 

  • Steingut – niedrige Brenntemperatur (900-1150°C), porös, ideal für Anfänger
  • Steinzeug – hohe Brenntemperatur (1200-1300°C), wasserdicht und robust
  • Porzellan – höchste Brenntemperatur (1260-1400°C), fein und transluzent

Steingut – die beliebteste Tonart zum Töpfern für Anfänger

Steingut ist die am häufigsten verwendete Tonart zum Töpfern und wird auch als Irdenware bezeichnet. Diese Tonart wurde bereits vor Jahrtausenden zum Töpfern verwendet und ist bis heute besonders bei Einsteigern beliebt. Die Brenntemperatur liegt zwischen 900 und 1150°C, was bedeutet, dass auch einfachere Brennöfen ausreichen. Nach dem Brand bleibt Steingut porös und ist ohne Glasur nicht wasserdicht. Typische Farben sind Rot, Orange, Gelb und Hellgrau im rohen Zustand. Nach dem Brennen verändert sich die Farbe – roter Ton wird beispielsweise zu einem warmen Braun-Rot. Terrakotta gehört ebenfalls zur Familie des Steinguts. Es bleibt traditionell unglasiert und wird häufig für Blumentöpfe, Fliesen und Ziegel verwendet. Wichtig beim Töpfern mit Steingut: Diese Tonart ist ohne Glasur nicht frostfest! Für Gartenkeramik solltest du entweder glasieren oder auf Steinzeug ausweichen.

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Steinzeug

Die robuste Tonart zum Töpfern von Geschirr

Steinzeug ist die vielseitigste Tonart zum Töpfern und wird besonders für Gebrauchskeramik wie Geschirr, Tassen und Vasen verwendet. Der Name kommt daher, dass gebranntes Steinzeug beim Anschlagen einen hellen Klang erzeugt – ähnlich wie Stein. Die Brenntemperatur liegt zwischen 1200 und 1300°C. Bei diesen hohen Temperaturen sintert der Ton, das heisst, die Bestandteile verschmelzen zu einer dichten Masse. Das Ergebnis: Steinzeug ist auch ohne Glasur wasserdicht. Im rohen Zustand ist Steinzeug meist grau. Nach dem Brand variiert die Farbe von hellgrau über beige bis braun, je nach Zusammensetzung und Brennatmosphäre. Steinzeug eignet sich beim Töpfern hervorragend für Geschirr und Tassen (lebensmittelecht nach dem Brand), Vasen und Gefässe, Gartenkeramik (frostfest wenn richtig gebrannt) sowie Skulpturen und Kunstobjekte.

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Porzellan

Die anspruchsvollste Tonart zum Töpfern

Porzellan wird oft als das «weisse Gold» bezeichnet und ist die edelste Tonart zum Töpfern. Der Hauptbestandteil ist Kaolin, ein besonders reines weisses Tonmineral, das zusammen mit Feldspat und Quarz verarbeitet wird. Die Brenntemperatur liegt zwischen 1260 und 1400°C – höher als bei allen anderen Tonarten. Das Ergebnis ist eine weisse, dichte und teilweise sogar lichtdurchlässige (transluzente) Keramik. Porzellan hat eine geringe Plastizität, was bedeutet, dass es schwieriger zu formen ist als andere Tonarten. Professionelle Keramiker mischen Porzellan oft mit anderen Tonarten, um die Verarbeitbarkeit zu verbessern. Für Töpfer-Anfänger: Porzellan ist anspruchsvoll in der Verarbeitung. Wenn du gerade erst mit dem Töpfern beginnst, empfehlen wir dir, zunächst mit Steingut oder Steinzeug zu üben.

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Schamottierter Ton

Schamotte ist bereits gebrannter und gemahlener Ton, der anderen Tonmassen beigemischt wird. Je nach Körnung unterscheidet man: Feinschamottiert für kleinere Aufbauarbeiten und Schälchen, Mittelschamottiert für mittelgrosse Projekte und kleine Kacheln, sowie Grobschamottiert für grosse Skulpturen und Reliefs. Schamotte verleiht dem Ton mehr Stabilität und reduziert das Schrumpfen beim Trocknen und Brennen.

Giessmassen

Giessmassen sind flüssige Tonmischungen, die in Gipsformen gegossen werden. Sie ermöglichen die schnelle Herstellung von gleichförmigen Keramiken wie Geschirr oder Figuren.

Raku-Ton

Raku-Ton ist besonders temperaturwechselbeständig und eignet sich für die japanische Raku-Brenntechnik. Bei dieser Technik wird die Keramik glühend heiss aus dem Ofen genommen und schnell abgekühlt – ein Vorgang, den normaler Ton nicht überstehen würde.

Brennton vs. Lufttrocknender Ton

Eine häufige Frage von Anfängern: Brauche ich unbedingt einen Brennofen? Lufttrocknender Ton härtet an der Luft aus und benötigt keinen Ofen. Er ist ideal für dekorative Objekte und zum Ausprobieren. Allerdings ist er nicht wasserfest und weniger robust als gebrannter Ton. Brennton muss in einem Keramikofen gebrannt werden, ist danach aber wesentlich haltbarer. Für Gebrauchskeramik wie Geschirr oder Vasen führt kein Weg am Brennen vorbei. Tipp: Wenn du keinen eigenen Ofen hast, bieten viele Töpfereien und Volkshochschulen einen Brennservice an.

Welche Tonart zum Töpfern für welches Projekt?

Die folgende Übersicht hilft dir bei der Auswahl der richtigen Tonart zum Töpfern:

Steinzeug (Wasserdicht & robut)
  • Geschirr
  • Tassen
  • Garten
  • Outdoor
Steingut (Günstiger, leicht zu formen)
  • Deko
  • Figuren
Lufttrocknender Ton (Kein Brennen nötig)
  • Anfänger ohne Ofen
Grobschamottiert (Stabilität)
  • Grosse Skulpturen
Porzellanmasse (Transluzent, edel)
  • Feines Porzellan

Steingut

  • Brenntemperatur: 900 – 1150°C 1
  • Wasserdicht: Nein (ohne Glasur)
  • Für Anfänger: Ideal
  • Robustheit: Mittel
  • Klang: Dumpf
  • Frostfest: Nein

Steinzeug

  • Brenntemperatur: 1200 – 1300°C
  • Wasserdicht: Ja
  • Für Anfänger: Bedingt geeignet
  • Robustheit: Hoch
  • Klang: Hell, klingend
  • Frostfest: Ja (wenn dicht gebrannt)
FAQ

Häufige Fragen zu Tonarten beim Töpfern

Welche Tonarten gibt es zum Töpfern?

Die drei Haupttonarten zum Töpfern sind Steingut (900-1150°C), Steinzeug (1200-1300°C) und Porzellan (1260-1400°C). Dazu kommen Spezialtone wie Schamotte, Raku-Ton und Giessmassen.

Welche Tonart ist die beste zum Töpfern?

Für Anfänger beim Töpfern eignet sich Steingut am besten – es ist günstig, leicht formbar und verzeiht Fehler. Für Geschirr und wasserdichte Keramik ist Steinzeug die bessere Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen Steingut und Steinzeug?

Steingut brennt bei niedrigeren Temperaturen (900-1150°C) und bleibt porös. Steinzeug brennt heisser (1200-1300°C) und ist auch ohne Glasur wasserdicht. Steinzeug «klingt» beim Anschlagen, Steingut nicht.

Kann man Ton ohne Brennofen verwenden?

Ja, lufttrocknender Ton härtet an der Luft aus und braucht keinen Ofen. Er ist aber nicht wasserfest und weniger robust als gebrannter Ton.

Welcher Ton ist frostfest für den Garten?

Nur Steinzeug-Ton, der bei hohen Temperaturen dicht gebrannt wurde, ist frostfest. Steingut nimmt Wasser auf und kann bei Frost platzen.

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Du möchtest die verschiedenen Tonarten selbst ausprobieren und das Töpfern von Grund auf lernen? In unseren Töpferkursen zeigen dir erfahrene Kursleiter, wie du mit Steingut, Steinzeug und anderen Tonarten arbeitest. Wir bieten Kurse an verschiedenen Standorten an – unter anderem unseren Töpferkurs Basel und den Töpferkurs Zürich. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene – bei uns findest du den passenden Kurs.

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